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2009-06-03 Die Neuordnung der Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie
Es wird geschätzt, dass circa 80 % aller Entscheidungen im öffentlichen und privaten Bereich einen räumlichen Bezug haben. Jeder nutzt regelmäßig Geoinformationen, oftmals ohne sich darüber im Klaren zu sein. Geoinformation als Wirtschaftsgut und das dazugehörende Umfeld befindet sich als Zukunftstechnologie in einem rasanten Wandel. Kennzeichen dafür sind die wachsenden Bedürfnisse und Anforderungen nach raumbezogenen Daten sowie die raschen Veränderungen in der Geoinformations-technologie. Die Interpretation und Verknüpfung von Geoinformationen mit Daten unterschiedlichster Herkunft hat in vielen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wir sehen die Notwendigkeit einer Neueinrichtung eines Ausbildungsberufs in der Geomatik, die sich aus den stattgefundenen Veränderungsprozessen der Geodatenbearbeitung und des Einsatzes der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie ergibt. Mit der Neueinrichtung dieses Ausbildungsberufs werden zusätzliche Ausbildungspotentiale erschlossen und ein Beitrag zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze in benachbarten Berufsbereichen geleistet. Bei dem Beruf des Geomatikers wird einerseits die umfassende Neuausrichtung der Ausbildungsinhalte unterstützt, andererseits aber den Ausbildungsbetrieben durch die konsequente Prozessorientierung ermöglicht die betrieblichen Schwerpunkte zu berücksichtigen. Die Novellierung des Berufes Vermessungstechniker/in findet auf ausdrücklichen Wunsch des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) statt und zwar auf Initiative des Bundes der öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BdVI), den Bayrischen Vermessungsingenieure und der Energiewirtschaft (RWE Power). Der novellierte Beruf des Vermessungstechnikers ermöglicht eine moderne, flexible, zukunftsgerichtete prozessorientierte Ausbildung die auch den Beruf des Bergvermes-sungstechnikers mit abdeckt. Bei dieser Ausbildung ist es möglich bei allen Auszubilden-den einheitlich sowohl in der Zwischenprüfung als auch im theoretischen Teil der Abschlussprüfung der Umgang mit Geodaten abzuprüfen. Im praktischen Teil im sogenannten „Betrieblichen Auftrag“ kann die praktische Anwendung der Prozesskette von der Datenaufnahme bis zur Datenvisualisierung ausbildungsstättenspezifisch nachgewiesen werden. Berufsbeschreibung Der Geomatiker/die Geomatikerin beherrscht den Umgang mit raumbezogenen Daten (Geodaten). Hierzu gehören insbesondere:
Die Geobasisdaten der Vermessungs- und Katasterverwaltungen, ebenso wie die Geofachdaten anderer amtlicher und privater Stellen, bilden wichtige Grundlagen dieser Geodaten. Der Katalog der Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten beinhaltet unter anderem folgende Inhalte: Ø Berufsbezogene Rechts- und Verwaltungsvorschriften
Ø Auftragsabwicklung (z.B. interne und externe Nutzer, Rechte, Um das Ausbildungsniveau zu beschreiben und eine Vergleichbarkeit zwischen den Ausbildungsbetrieben herzustellen, ist die Festlegung auf verbindliche Eckwerte und Schlüsselqualifikationen sowie vergleichbare Mindeststandards definiert worden. Durch eine solche prozessorientierte, ganzheitliche Ausbildung, die auf das Verstehen der Abläufe abzielt, sollen die zukünftigen Geomatiker in die Lage versetzt werden, flexibel auf technische und methodische Fortentwicklungen der Geoinformationen zu reagieren und neue Herausforderungen in der Datenlandschaft anzunehmen, aber auch in den Randbereichen der bisherigen Berufe erfolgreich zu sein. Wir danken dem Koll. Hartmut Loewenthal von der Bundesfachkommission Vermessung und Kartographie für die Unterlagen die als Basis für diesen Text verwendet wurden. (wpe) |






