Radonkonzentrationen in der Raumluft vergrößern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken

Das Deutsche Ingenieurblatt berichtet in der Ausgabe Mai 2013 (www.deutsches-ingenieurblatt.de):

Hohe Radonkonzentrationen in der Raumluft vergrößern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa 10% der Lungenkrebserkrankungen auf Radon zurück zu führen sind. Damit ist Radon nach dem Rauchen, die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Hohe Bodenradonwerte werden häufig in Gebirgsregionen gemessen, die höchsten Werte stellen sich aber zumeist dort ein, wo der Mensch durch Bergbau in das Gefüge eingegriffen hat.

Die wichtigste Quelle der Radonkonzentration in Gebäuden ist zweifellos die Höhe der Radonkonzentration in der Bodenluft. Radonhaltige Bodenluft kann infolge Diffusion oder Konvektion durch die erdberührte Gebäudehülle in das Gebäude eindringen. Die Radonexhalation aus den eingesetzten Baustoffen ist eine weitere Quelle, allerdings mit deutlich geringerer Bedeutung als das Bodenradon. Als Senken wirken zum einen der natürliche Radonzerfall (als konstante Größe) sowie der Luftwechsel zwischen Raum- und Außenluft.

Diesem durch eine Reihe von Untersuchungen nachgewiesenen Zusammenhang steht die Tatsache gegenüber, dass das Wissen um die Gefährdungen hoher Radonbelastungen noch sehr gering ist.

Der bauliche Radonschutz gewinnt zunehmend an Bedeutung. In den meisten Neubauvorhaben sowie Sanierungen können die Mehraufwendungen für den Radonschutz in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden, wenn bereits in einer frühen Planungsphase der bauliche Radonschutz einbezogen wird. Lediglich eine geringe Anzahl von Gebäuden (schätzungsweise 3 bis 5% aller Gebäude) erfordert einen höheren Aufwand für die Gebäudesanierung.

Mit der Überführung der aktuellen europäischen Strahlenschutzrichtlinie in nationales Recht wird der bauliche Radonschutz auch für Deutschland rechtlich neu zu bewerten sein. Es ist zu erwarten, dass er verbindlicher Teil im Baugenehmigungsverfahren wird. 

Der vollständige Artikel von Prof. Dr.-Ing. Reinhold Uhlig steht hier zur Verfügung.

c.hum